Der Kampf ums Überleben (2005-14)

Spieljahr 2005/06

BBC McDonald’s verpflichtete weitere Spieler aus Wels, Linz und Amstetten sowie den US-Legionär Byron Johnson und als neuen Trainer den Welser Gregor Leitner, die Steyrer Hexen verließen sich ganz auf die eigene „Produktion“ und verzeichnen dennoch 2 Zugänge: Christina Halmich, die aus Deutsch Wagram zurückkehrte, und Erna Kesmer, die sich nach gesundheitlichen Problemen wieder fit zurückmeldete, leider nach kurzem Zwischenspiel allerdings gleich wieder wegblieb. BBC McDonald’s gelang in der Bundesliga B ein guter Start, auch die unvermeidlichen Rückschläge wurden gut verkraftet. Die mittlere Play-Off-Gruppe wurde knapp verfehlt, Rang 2 in der dritten Staffel ergab dann Rang 14 in der Staatsmeisterschaft. Die „Steyrer Hexen“ stellten wieder einmal das bei weitem jüngste Team der Bundesliga und litten im Herbst sichtlich unter Routinemangel. Darüber hinaus machte ihnen der viel zu raue Boden in der neuen Stadthalle zu schaffen, Verletzungen verhinderten lange Zeit das Antreten der stärksten Mannschaft. Nach zögerndem Beginn und dem letzten Rang im Grunddurchgang folgte eine beachtliche Steigerung im Frühjahr, sodass die Abstiegssorgen bald weg waren. Am Ende wurde mit Rang 8 das Saisonziel problemlos erreicht. Im Nachwuchsbereich sorgten die Mädchen der Sporthauptschule Steyr mit Rang 2 im Bundesfinale des Schulcups für einen beachtenswerten Erfolg.

Spieljahr 2006/07

BBC McDonald’s fand in der 2. Bundesliga der Herren nur mehr 3 Gegner vor und qualifizierte sich als Zweiter des Grunddurchganges für die Aufstiegs-Play-Off. Dort gab es allerdings keinen Sieg mehr. Eine zweite Mannschaft, die ausschließlich aus Steyrern bestand, blieb dafür im Unterhaus des Landesverbandes ungeschlagen. Bei den Steyrer Hexen zeigte sich eine bis dahin noch nie dagewesene Unverlässlichkeit von jungen Spielerinnen. 3 Mädchen beendeten trotz vorangegangener Zusage mitten in der Meisterschaftsvorbereitung im August ihre Karriere, andere verkrafteten offenbar das hohe Niveau der Steyrer Schulen nicht und hatten keine Zeit für Training und Spiele. Die katastrophale Moral wirkte sich natürlich aus, der im Vorjahr begonnene Aufschwung endete abrupt. Die frustrierten Überreste einer Mannschaft konnten in der Bundesliga mit letztem Einsatz gerade noch Rang 8 sichern und die Übernahme der „roten Laterne“ abwenden, die besonders durch die Unverlässlichkeit betroffene U-18-Mannschaft sorgte sogar für einen Negativrekord im Steyrer Basketballgeschehen: Sie trat zu einer Runde der Österreichischen Meisterschaft mit nur 5 Spielerinnen an und kassierte gegen BC Vienna ein 7:115-Debakel… Die logische Konsequenz war der freiwillige Rückzug der Damenmannschaft aus der Bundesliga. Sie wurde mit Saisonende ebenso aufgelöst wie die U-18-Mannschaft. Da sich auch die Herren, bei denen nur noch ein einziger Steyrer zum Einsatz gekommen war, aus der völlig uninteressant gewordenen 2. Bundesliga freiwillig zurückzogen, wurde Steyr mit einem Schlag aus dem überregionalen Basketballgeschehen ausradiert.

Spieljahr 2007/08

Wieder einmal hieß die Parole: Zurück an den Start, Neubeginn. Die Herren verzichteten nun auf auswärtige Spieler und Legionäre, der Versuch der Verjüngung endete noch mit dem Fast-Abstieg aus der Landesliga. Der Klassenerhalt wurde in der Relegation geschafft. Hoffnung vermittelte das U-14-Team, das mit der starken Konkurrenz aus Wels und Gmunden einigermaßen mithalten konnte. Bei den Steyrer Hexen gab es nur 2 Nachwuchsteams (U14 und U12), die zunächst die für Anfänger logischen Probleme hatten, am Ende der Saison aber bereits von Sieg zu Sieg eilten und an der Spitze der Landesbewerbe aufschienen.

Spieljahr 2008/09

Der Aufreger der Saison: Die Stadt Steyr begann mit dem Bau der Volksschule Resthof und einer Turnhalle, die um jeweils 55 cm zu kurz und zu schmal geplant war, um ein normales Basketballfeld unterzubringen. Interventionen blieben erfolglos und auch die Tatsache, dass der ORF sich der Sache an- und die Stadt Steyr ins Buch der „Schildbürgerstreiche“ aufnahm, führte zu keiner Änderung. Damit stand fest, dass in der 38.000-Einwohner-Stadt weiterhin nur ein einziges Basketballfeld mit normalen Maßen (zumindest Qualifikation Landesliga) vorhanden sein würde. Die allgemeine Wirtschaftskrise machte sich auch im Bereich Sponsoring bemerkbar, die Möglichkeiten wurden immer mehr eingeschränkt. Der Leistungsbetrieb kam sowohl bei den Herren (Landesliga Rang 5) als auch bei den Damen (Landesliga Rang 4, ständig am Rande der Mannschaftsauflösung wegen Unverlässlichkeit der Spielerinnen) praktisch zum Erliegen. Beim BBC McDonald’s gelang der U-14-Mannschaft ein durchschlagender Erfolg: Landesmeister und in Spielgemeinschaft mit Gmunden sogar der Titel eines Österreichischen Meisters, die Mädchen der Steyrer Hexen – in sämtlichen Teams um ein Jahr jünger als die Gegner – hamsterten zweite Plätze. Patrick Rohrweck (BBC McDonald’s) und Saskia Mai (Steyrer Hexen) fanden Aufnahme in den Kader des ihrer Altersstufe entsprechenden Nationalteams.

Spieljahr 2009/10

Die Steyrer Hexen verbuchten mit Svetlana Orekhova, die aufgrund ihrer Hochzeit mit dem Steyrer Friseur-Weltmeister Rudolf Meidl aus Herzogenburg nach Steyr übersiedelte, völlig überraschend den Zugang einer absoluten Klassespielerin (U20-Weltmeisterin mit der Sowjetunion, Europacupsiegerin mit Dynamo Kiew, seit 1992 österr. Bundesliga…). Das hatte zur Folge, dass sich doch einige Damen, die eigentlich nicht mehr spielen wollten, zum Weitermachen entschlossen. Es entstand eine Mannschaft, in der Routiniers und Jugendliche gleichermaßen vertreten waren (älteste Spielerin: 42 Jahre, jüngste: 14 Jahre!). Die Routiniers gingen mit den Youngsters sehr behutsam um und brachten sie zu einer beachtlichen Steigerung. Der Lohn für alle war der überlegene Landesmeistertitel. Die Herren schafften den Klassenerhalt in der Landesliga problemlos, kamen allerdings über das Mittelfeld nicht hinaus. Beide Steyrer Vereine gingen mit dem Vorsatz in die Saison, sich vorwiegend der Nachwuchspflege zu widmen. Sie konnten dabei zumindest Teilerfolge verbuchen. Den einzigen Landesmeistertitel schafften die Hexenschülerinnen (U14), in der Österreichischen Meisterschaft kam aber sowohl für die U14- als auch für die U16-Mannschaft der Hexen in der ersten Runde das Aus. Recht erfolgreich verlief die Schulaktion des OÖBV im Bereich Steyr: 6 Volksschulen nahmen teil, im Juni gab es in der Stadthalle ein Minibasketballturnier mit 157 Kindern.

Spieljahr 2010/11

Bei den Steyrer Hexen zeigte sich der nun bereits traditionelle Schwund der Aktiven wieder deutlich. Vor allem die Vierzehn- bis Sechzehnjährigen erwiesen sich als völlig unzuverlässig und unberechenbar. Beim Trainingslager in Inzell (28.08. bis 04.09.2010) waren noch 15 Mädchen mit Begeisterung bei der Sache, dann fiel die Trainingsbeteiligung eklatant ab. Dem entsprechend stagnierte die Entwicklung der Mannschaft, die am Ende eher peinliche Vorstellungen lieferte und gerade noch genügend Spielerinnen hatte, um überhaupt spielen zu können. Die Damen hingegen – verstärkt durch den Zugang von Stella Staudinger (Koschat), die 6 Jahre lang als Profi in Deutschland, Schweden und Italien gespielt hatte, – eilten von einem ungefährdeten Sieg zum nächsten und verteidigten den Landesmeistertitel problemlos und ungeschlagen, obwohl mit dem SK Kammer eine Bundesligamannschaft auch in der Landesliga mitspielen durfte. Auch die Herren kämpften mit der Streetball-Mentalität („just for fun“) und der Unzuverlässigkeit der Aktiven. Der neue Trainer (Harald Neuhauser) hatte sich das alles ganz anders vorgestellt. Der Niedergang war nicht zu verhindern: Die Herren kamen in der Landesliga nur auf den vorletzten Platz und mussten in die Relegation, die sie allerdings für sich entschieden; die männlichen Nachwuchsteams blieben erfolglos. Die Schulaktion des OÖBV wurde fortgesetzt und brachte ein sensationelles Meldeergebnis von 11 Schulen im Bereich Steyr (28 Gruppen, 455 Kinder! Nur 16 Gruppen konnten aus organisatorischen und finanziellen Gründen letztend-lich betreut werden). Als Trainer wirkten Svetlana Orekhova und Oliver Tötzl.

Spieljahr 2011/12

Die routinierten Spielträgerinnen der Damenmannschaft (Orekhova, Staudinger, Halmich) beendeten ihre Laufbahn, die stark verjüngte Mannschaft hatte aufgrund ihres Routinemangels, aber auch wegen der wieder auftretenden Unverlässlichkeit (zu) vieler Spielerinnen keine Chance, an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen und landete auf dem vorletzten Platz. Eine Kooperation mit der Hauptschule Losenstein schien zunächst sehr vielversprechend und brachte einen nominell großen Kader für die U16-Mannschaft, die in der Österreichischen Meisterschaft aber bereits in der Vorrunde scheiterte und in der Landesmeisterschaft noch getrennt (Losenstein und Steyr) spielte. Im Lauf des Spieljahres ließen sich aber einige recht talentierte Spielerinnen immer weniger bis gar nicht mehr blicken. Aus der Schulaktion fand sich eine U12-Mannschaft, die von Anfang an gut harmonierte und von den Eltern vorbildlich unterstützt wurde. Erfolge waren für die Anfängerinnen naturgemäß rar, der Fortschritt aber unübersehbar. Die Herren erreichten den Tiefpunkt: Sie stiegen aus der Landesliga ab. Auch die Nachwuchsteams blieben abermals erfolglos, die Unverlässlichkeit verhinderte auch hier jeglichen Fort-schritt. Die Schulaktion wurde mit Erfolg fortgesetzt: An einem von den Steyrer Hexen organisierten Turnier für die Mädchen der Volksschulen nahmen insgesamt 9 Mannschaften teil.

Spieljahr 2012/13

Die eigentlich abgestiegenen Herren des BBC McDonald’s konnten aufgrund des Ausfalls der für die Landesliga qualifizierten  Mannschaft des BBC Linz in der Landesliga verbleiben, blieben aber trotzdem ihrer Devise „just for fun“ treu: Trainer Neuhauser verabschiedete sich. Die Steyrer Hexen starteten in die Landesliga mit einer Mannschaft, in der zunächst nur 3 Spielerinnen älter als 16 Jahre waren, litten ebenso wie die Herren darunter, dass manche das Training bzw. Basketball an sich viel zu wenig ernst nahmen. Es war kaum möglich, die ganze Mannschaft zu einem Training zu versammeln, daher blieb auch im Spiel alles Stückwerk. Daran änderte auch der Zugang einer weiteren routinierten Spielerin im Lauf des Jahres nichts: Die Mannschaft gewann kein einziges Spiel. Die jüngeren Nachwuchsteams der Hexen zeigten sich sehr verlässlich und einsatzfreudig, machten große Fortschritte. Die Teilnahme am Osterturnier in Wien zahlte sich für die U14-Mannschaft aus, sie gewann sogar 2 Spiele. Der Landesmeistertitel war dann letztendlich der verdiente Lohn für die Mädchen, die erst 2 Jahre Basketball spielten und als Team überzeugten. Die U16-Mannschaft übernahm hingegen leider den Geist der Damenmannschaft und blieb Stückwerk, wenngleich sich einige wenige Spielerinnen ganz gut entwickelten. Völlig unverlässlich waren die Mädchen aus Losenstein, was zum Teil berechtigten Unmut bei den Steyrer U14-Mädchen hervorrief, die oft völlig unvermittelt als „Notnägel“ einspringen mussten. Beim Osterturnier wurde das Niveau der Mannschaft schonungslos aufgezeigt: Sie agierte blamabel und blieb erfolglos. Dass auch dieses Un-Team Landesmeister wurde, wirft ein extrem schlechtes Licht auf das Niveau in Oberösterreich. Auch bei den männlichen Nachwuchsteams blieben nennenswerte Erfolge aus und die Herren wiederholten ihre Platzierung aus dem Vorjahr: Sie stiegen abermals aus der Landesliga ab.

Spieljahr 2013/14

Die Zusammenarbeit mit Losenstein wurde beendet, weil sich die jungen Damen aus dem Ennstal als viel zu unverlässlich erwiesen. Nur 3 Erwachsene bildeten schließlich mit den U19- und 16-Spielerinnen eine Damenmannschaft, die nicht nur zu jung und unerfahren war, sondern auch ohne jeden Ehrgeiz in der Landesliga spielte und erst in der Schlussphase mit 2 Erfolgen die fast zweijährige Niederlagenserie beendete. Der abermals letzte Platz konnte trotzdem nicht mehr abgegeben werden. Die U16-Mannschaft konnte auf nur 3 altersadäquate Mädchen zurückgreifen und wurde, um diesen überhaupt eine Spielmöglichkeit zu bieten, mit U14-Spielerinnen aufgefüllt. Sie hatte dann in Oberösterreich keinen Gegner und schied in der Qualifikation zur Österreichischen Meisterschaft – wegen einer Schulveranstaltung stark ersatzgeschwächt – aus. Ihre Bedeutung lag ausschließlich in der Vermittlung von Spielpraxis. Das Hauptaugenmerk des Vereins lag auf der U14-Mannschaft, die sich nach der Erringung des Landesmeistertitels 2013 hervorragend entwickelte und letztendlich zur Nr. 3 in Österreich aufstieg. Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen, wenn nicht Verletzungen in der Schlussphase der Meisterschaft die besten Spielerinnen außer Gefecht gesetzt hätten, was leider auch die sicher scheinende Verteidigung des Landestitels vereitelte. Der österreichische Meister wurde immerhin in 2 von 3 Spielen besiegt, der oberösterreichische in 5 von 7… Die U12-Mannschaft musste mit Anfängerinnen komplettiert werden, entwickelte sich gut, konnte aber erwartungsgemäß als einziges rein weibliches Team in der gemischt-geschlechtlichen Meisterschaft nur 3 Siege erringen.