Die Glanzzeit der Damen (1988-95)

Aus der Sporthauptschule kamen ständig talentierte Mädchen zum Verein, die Damen waren auf ihrem Weg nach oben nicht aufzuhalten. Trotz ständigem Geldmangel und rein amateurhaften Bedingungen stiegen sie wieder in die Bundesliga A auf, kamen in den folgenden 7 Jahren sechs mal unter die Top-5 in Österreich und holten dabei 4 Staatsmeisterschaftsmedaillen, darunter im Jahr 1993 als erste Steyrer Kampfmannschaft überhaupt Gold. Bis  zu 7 Steyrerinnen spielten im Nationalteam, ASKÖ BSG spielte im „Ladies Supercup“ gegen Spitzenteams aus Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Slowenien und im Europacup der Meister. Die Herren litten unter dem zu geringen Nachschub aus der Sporthauptschule und dem damit verbundenen ständigen Mangel an genügend leistungsorientierten Spielern, der nur selten und dann meist sehr kurz ein Anknüpfen an alte Erfolge ermöglichte.

Spieljahr 1988/89

Bild: Vera Wiesbauer beim Einzug der Teams (Shul-WM in Orleans)

Bild: Vera Wiesbauer beim Einzug der Teams (Shul-WM in Orleans)

 

Die Damen wurden Meister der Bun-desliga B und Sieger der mittleren Play-Off-Gruppe, das war Rang 5 in der Staatsmeisterschaft! Die Jugend-lichen Koschat und Wiesbauer spielten im Jugend-Nationalteam bei der EM-Qualifikation in Deutschland. Die Juniorinnen der ASKÖ BSG gewannen die Landesmeisterschaft sowohl in ihrer Altersklasse als auch bei den Damen, die Mädchen der BHAK wur-den in der Schulmeisterschaft (Ober-stufe) Bundesmeister und fuhren zur Schul-WM nach Orleans (Rang 15). Die Herren erlitten einen argen Rückschlag und konnten ins Titel-rennen der Landesliga nicht eingrei-fen. Absoluter Höhepunkt der Saison war aber die Europameisterschaft der Damen, Gruppe C, in Steyr mit Österreich, Albanien, Türkei, Griechen-land, Portugal und Polen. In Öster-reichs Team: Die BSG-Spielerinnen Doris Gradauer und Petra Sthul sowie Ernst Schlemmer als Assistant-Coach. Er war auch der  Organisationsleiter, wobei sich ihm rund 60 freiwillige Mitarbeiter (!) zur  Verfügung  stellten. Im  Rahmen dieses Turniers fand auch ein Rollstuhlbasketball-Länderkampf gegen Deutschland statt, bei dem der Steyrer Luis Grieb seine tragende Rolle im österreichischen Team unter Beweis stellte.

 

 

 

 

Spieljahr 1989/90

Ein hochkarätiges Freundschaftsspiel in Steyr eröffnete die Saison: ASKÖ BSG – Samsung Women Basketball (Südkorea). Internationale Turniere in Salzburg, Strakonice und Steyr brachten wertvolle Erfahrung, die 5 BSG-Spielerinnen Sthul, Gradauer, Petritsch, Koschat und Wiesbauer wurden zu Fixstarterinnen im Damen-Nationalteam, in dem Ernst Schlemmer weiterhin als Assistant-Coach und kurz auch als Headcoach wirkte. Sie spielten in einem freundschaftlichen Länderspiel gegen die DDR in Steyr und beim Sieg Österreichs beim FIBA-Promotion-Cup in Luxemburg (Siege gegen Luxemburg, Island, Wales, Zypern und Irland) sowie beim Vierländerturnier in Halle (DDR) mit Rang 1 und Siegen gegen Polen und Rumänien. Der Aufschwung der Steyrer Damen setzte sich dem entsprechend fort: Sie erreichten in ihrem ersten Jahr in der höchsten Spielklasse gleich Rang 3 und Staatsmeisterschafts-Bronze. Die Juniorinnen und die Minibasketball-Mannschaft der ASKÖ BSG wurden Landesmeister, die Herren des ASKÖ BBC kamen in der Landesliga auf Rang 5.

Als Aufsteiger gleich Rang 3 in der Staatsmeisterschaft: ASKÖ BSG Steyr

Hintere Reihe: Assistant-Coach Helmut Schönberger, Doris Gaßner, Daniela Brunner, Cordula Petritsch, Roswitha Oberwagner, Vera Wiesbauer, Coach Ernst Schlemmer. Vorn: Ingrid Schönberger, Petra Sthul, Regina Baumgartner, Annette Fragner, Stella Koschat, Elke Buchberger, Christine Radecki.

Hintere Reihe: Assistant-Coach Helmut Schönberger, Doris Gaßner, Daniela Brunner, Cordula Petritsch, Roswitha Oberwagner, Vera Wiesbauer, Coach Ernst Schlemmer. Vorn: Ingrid Schönberger, Petra Sthul, Regina Baumgartner, Annette Fragner, Stella Koschat, Elke Buchberger, Christine Radecki.

Spieljahr 1990/91

Die Damen stellten wieder mit Sthul, Petritsch, Koschat, Drumel, Schlemmer den Großteil des Nationalteams bei einem Vier-Länder-Turnier in Bertrange/ Luxemburg (AUT, DAN, TUR, LUX) und der abermals nach Steyr vergebenen EM-Qualifikation (AUT, CYP, POR, TUR, GRE, DAN, FRA).

91-Petra Sthul (AUT-TUR)      Zuschauer

Bilder vom EM-Qualifikationsspiel Österreich – Türkei in Steyr:

Links: Petra Sthul setzt zum Korbwurf an

Oben: Türkische Zuschauer

Die Strapazen wurden dann jedoch nicht ganz verkraftet, ASKÖ BSG landete in der Bundesliga A nach Rang 1 im Grunddurchgang „nur“ auf Rang 4. Die Herren des ASKÖ BBC Steyr wurden Landesmeister, scheiterten aber an der Qualifikation für die Bundesliga B. Auch die BSG- Schülerinnen begaben sich bei Turnieren in Wien, in Strakonice und in Steyr auf internationales Parkett. Der Sensationserfolg schlechthin gelang ihnen aber mit Rang 2 beim „Europaturnier“ in Montgermont (FRA) mit Teams aus England, Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich und Belgien, wobei nur das Finale gegen das Schüler-Nationalteam Belgiens mit 25:26 verloren wurde.

90-Montgermont Birgit Mitterhuber

 

 

Montgermont: Birgit Mitterhuber beim Korbwurf im Spiel

gegen Stringer Brighton (England)

 

 

 

90-U-14 Rang 2 Montgermont

Die U-14-Mannschaft der ASKÖ BSG Steyr:

Hinten: Eleonor Repnik, Yvonne Heidl-mayr, Birgit Rauch,

Evita Pessenhoffer, Doris Dirnberger, Kerstin Mayrhofer, Kerstin Tarde,

Elke Kaspar; vorn: Doris Kletzmayr, Birgit Mitterhuber, Ivona Spasojevic,

Daniela Steininger, Sabine Neundlinger

 

Spieljahr 1991/92

Die Herren von ASKÖ BBC spielten in China vor 3000 Zuschauern

Die Herren von ASKÖ BBC spielten in China vor 3000 Zuschauern

 

Eine Wettspielreise der Herren nach China (Provinz Shandong) hinterließ bei allen Beteiligten nachhaltige Eindrücke und war auch sportlich recht erfolgreich. ASKÖ BBC fand einen Sponsor, änderte den Namen auf „BBC Medias Steyr“ und kam in der Landesliga auf Rang 2. Die Damen der ASKÖ BSG spielten zu Saisonbeginn gegen Spitzenteams aus Ungarn, Slo- wakei und Deutschland, stellten wie-der 5 Spielerinnen (Gaßner, Sthul, Koschat,  Wiesbauer und Drumel) sowie Coach Schlemmer und Physio-therapeut Karl Landa ans National-team für den FIBA-Promotion-Cup in Gibraltar (TUR, CYP, ISL, IRL, LUX)

 

 

 

 Bild: Kata Chlebowczykova

Bild: Kata Chlebowczykova

 

und für ein Vierländerturnier in Luxemburg (TUR, SLK, LUX, AUT) ab, verstärkten sich im Meisterschaftsfinish noch mit der Tschechin Kata Chlebowczykova und eroberten in der Staats-meisterschaft die Silbermedaille. Sie gewannen schließlich auch das Turnier in Herzogenaurach (Finale 47:42 gegen Sokol Hradec Kralove/CZE). International durchaus mit Erfolg tätig waren die Schülerinnen der ASKÖ BSG: Sie erreichten unter anderem bei den „Lunda-Spielen“ in Schweden unter 51 Teams das Achtelfinale. Sie wurden außerdem Landes-meister und holten wie die Damen Staatsmeisterschafts-Silber. Als Mannschaft der Sporthauptschule gewannen die Mädchen das Landes- und das Bundesfinale im Schulmilchcup. Landesmeister wurde auch die BSG-Jugend.

 

 

 

 

 

 

Die 5 Steyrerinnen im Nationalteam:

Vera Wiesbauer

Vera Wiesbauer

Doris Gaßner

Doris Gaßner

Stella Koschat

Stella Koschat

Petra Sthul

Petra Sthul

Elisabeth Drumel

Elisabeth Drumel

Spieljahr 1992/93

Surkova (links) und Murojärvi

Surkova (links) und Murojärvi

 

Die Spielmacherin: Stella Koschat

Die Damen verstärkten sich mit der CSSR-Teamspielerin Dipl.Ing. Tatiana Surkova, der eine ihrer Qualifikation entsprechende beruf-liche Tätigkeit vermittelt werden konnte, sowie mit den Teamspielerinnen Ingrid Zeilinger und Helga Pargfrieder ganz entscheidend. Im Herbst spielte  beim neu geschaffenen „Ladies’ Basket-Supercup“ auch noch die finnische Teamspielerin Heli-Kaarina Murojärvi bei ASKÖ BSG, die allerdings noch vor Beginn der Bundes-ligameisterschaft aus Studiengründen wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Die Spiele gegen Spitzenteams aus Slowenien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei brachten zwar nur einen einzigen Sieg (Apis Maribor), gaben der Steyrer Mannschaft aber den letzten Schliff. Im Damen-Nationalteam kamen mit Doris Gaßner, Stella Koschat, Helga Pargfrieder, Cordula Petritsch, Petra Sthul und Ingrid Zeilinger gleich 6 Steyrerinnen bei insgesamt vier Länderspielen gegen Slowenien und Luxemburg (davon eins in Steyr) zum Einsatz, das Jugend-nationalteam (mit Kletzmayr, Pessen-hoffer und Tarde) spielte gegen die gleichen Nationen. Eine Strafbeglau- bigung nach einer unvermeidlichen Spielabsage wegen  einer Grippewelle warf ASKÖ BSG in der Bundesliga zunächst auf Rang 4 zurück und sorgte für einen ungünstigen Spielplan in den Play-Offs. Trotz des Handicaps sicherten sich die BSG-Damen dann  aber sensationell den Staatsmei-stertitel, den ersten überhaupt für Steyr in einer Mannschaftssportart.

Jubelszenen in der Steyrer Sporthalle: ASKÖ BSG ist Staatsmeister!

Jubelszenen in der Steyrer Sporthalle: ASKÖ BSG ist Staatsmeister!

DieHerren des ASKÖ BBC wurden Landesmeister und stiegen in die Bundesliga B auf. Die Jugendlichen Kerstin Tarde und Evita Pessenhoffer spielten mit dem österreichi-schen Jugendteam bei der EM-Qualifikation in Tulcea (Rumä-nien) gegen Rumänien, Kroa-tien, Griechenland und Israel. Steyr wurde auch von der Streetball-Welle erfasst: Es gab Turniere auf dem Park-platz von McDonald’s und auf dem Freiplatz der BHAK.

Damenbasketball-Staatsmeister 1993: ASKÖ BSG Steyr

93-Staatsmeister Damen ASKÖ BSG Steyr

Stehend: Masseur Karl Pessenhoffer, Cordula Petritsch, Helga Pargfrieder, Kerstin Tarde, Doris Gaßner, Evita Pessenhoffer, Petra Sthul, Coach Ernst Schlemmer. Vorn: Stella Koschat, Tatiana Surkova, Ingrid Zeilinger, Annette Fragner

Spieljahr 1993/94

Gleich in der ersten Runde des Europacups war ASKÖ BSG gegen den slowenischen Meister und späteren Finalisten Diamond Jezica Ljubljana chancenlos – Gott sei Dank, denn einen Aufstieg hätte man finanziell kaum verkraftet – eine Reise nach Russland drohte. Auch im Supercup gab es keine Erfolge, aber noch immer viel zu lernen. Leider begriffen das nicht alle Spielerinnen, es zeigten sich dort und da plötzlich „Starallüren“, die schließlich  eine Krise auslösten. Beim Promotion-Cup auf Zypern (ISL, LUX, SUI, GIB, IRL, AUT) war mit Garstenauer, Gaßner, Koschat, Pargfrieder, Pessenhoffer, Sthul und Zeilinger noch eine „verstärkte Mannschaft von ASKÖ BSG Steyr“ als Nationalteam siegreich, bald darauf ließen aber Pargfrieder und Zeilinger überraschend die Mannschaft noch vor Meisterschaftsbeginn im Stich. Die notwendige Umstellung gelang nicht in der kurzen Zeit, ASKÖ BSG kam daher nur auf Rang 6. Die „Restbestände“ gewannen dann allerdings nochmals das Turnier in Herzogenaurach. Die McDonald’s – Herren belegten trotz Verstärkung durch den Amerikaner James Williams in der Bundesliga B nur den letzten Platz, retteten sich aber im Relegationsturnier vor dem Abstieg.

Spieljahr 1994/95

Der Belgier Robert Dougherty ersetzte Ernst Schlemmer als Trainer der Damen, wurde aber schon nach wenigen Monaten von Siegfried Gaßner abgelöst. ASKÖ BSG bestritt internationale Freundschaftsspiele gegen Slovan Bratislava und Postas Sopron, die Damen-Bundesliga wurde in eine Ost- und eine West-Liga geteilt. Die BSG-Damen kamen nochmals auf Rang 2 und holten Staatsmeisterschafts-Silber. Koschat und Sthul waren mit dem Nationalteam in Israel bei der EM-Qualifikation gegen Irland, Israel, Griechenland, Albanien, Schweiz, Bulgarien und Weißrussland im Einsatz.

Jahrelang der Spielmacher der BBC-McDonald's-Herren: Klaus Sprung

Jahrelang der Spielmacher der BBC-McDonald’s-Herren: Klaus Sprung

Die Herren ersetzten Legionär James Williams durch Namensvetter Steve, verpflichteten zusätzlich noch Jimmy Blake und behaupteten sich mit Rang 6 (Staatsmeisterschaft: Rang 14) sicher in der B-Liga. Die weibliche Jugend und die Schülerinnen wurden Landesmei- ster, die Schülerinnen holten außerdem Silber bei der Staatsmeisterschaft. Die Mädchen der Sporthauptschule gewan- nen sämtliche Bewerbe, an denen sie teilnahmen: Landes- und Bundesfinale des Schulmilch-Cups und die oö. Mini-basketball-Schulmeisterschaft. Das Ju- biläum „40 Jahre Basketball in OÖ“ wurde in Steyr mit einem großen internationalen Minibasketballturnier des BBC McDonald’s gefeiert. Schließ-lich sorgten noch die weiblichen „Minis“ mit einem Turniersieg in Steyr (Strakonice, Montgermont,  Lokomotiva Bratislava) für einen recht beachtlichen Erfolg auf internationaler Ebene.