Steyr als Basketball-Hochburg (1968-74)

Steyr als Basketball-Hochburg , eine verhängnisvolle Entscheidung und der Start der Sporthauptschule

Dem ASV Bewegung gelang endlich eine klare Trennung der noch immer rivalisierenden Gruppen, worauf sofort eine leistungsstarke Mannschaft entstand, die zunächst den Aufstieg in die Bundesliga B und in relativ kurzer Zeit sogar in die höchste Spielklasse Österreichs schaffte. Leider beschloss der Vorstand des Bundesligaklubs dann, grundsätzlich jegliche Zahlungen an Spieler (auch Fahrtkostenersatz!) abzulehnen, sodass durchaus mögliche und auch erschwingliche Verstärkungen verhindert wurden, die aufgrund der geringen Größe der Steyrer Spieler dringend notwendig gewesen wären. So wurde, wie sich bald zeigen sollte, der aufkommende Basketball-Boom (bis zu 800 Zuschauer!) im Keim erstickt. Es folgte erneut ein empfindlicher Rückschlag. Wichtig für die Zukunft war hingegen die Aufnahme des Basketballspiels ins Programm der neu eröffneten und damals nur Knaben zugängigen Sporthauptschule.

Spieljahr 1968/69

Gegen Ende des Jahres 1968 hob der Österreichische Basketballverband als dritte Instanz Schlemmers Sperre wegen Nichtigkeit und  schwerer Verfahrensmängel auf, worauf der Spieler dem Linzer Verein ESG beitrat. ASV Bewegung wurde nun gewissermaßen von der Vergangenheit eingeholt: Als  Herbstmeister bezogen die bis dahin unbesiegten Steyrer ausgerechnet gegen ESG Linz die erste Niederlage, was enorme Unruhe in den Verein brachte. Diese verhinderte schließlich  noch den sicher scheinenden Meistertitel. Die Junioren des Vereins wurden hingegen Landesmeister. Eine Aufstockung ermöglichte Union Steyr den Aufstieg in die Landesliga.

Junioren-Landesmeister 1969: ASV Bewegung Steyr

Junioren-Landesmeister 1969: ASV Bewegung Steyr

Stehend: Sektionsleiter Otto Huber, Friedrich Hallwirth, Erhard Donabauer, Erwin Friedl, Erwin Daxler, Trainer Anton Schlemmer.
Vorn: Josef Brunmayr, Manfred Thaller, Rudolf Handlgruber, Franz Wipplinger

Spieljahr 1969/70

Nach den Turbulenzen machte ASV Bewegung endlich „reinen Tisch“, holte Ernst Schlemmer und den in Wien spielenden Wolfgang Preisinger zurück und trennte die rivalisierenden Gruppen in 2 Herrenmannschaften. In der ersten Mannschaft spielten nun immerhin 5 ehemalige „Turner“, die über viel Erfahrung verfügten und durch junge Kräfte hervorragend ergänzt wurden. Die zweite Mannschaft („ASV Bewegung/Tabor“) spielte in der 1. Klasse. Diese Trennung erwies sich als Goldgriff: Beide Teams beherrschten ihre Spielklasse und sicherten sich jeweils Rang 1; die erste Mannschaft schaffte zudem den Aufstieg in die Bundesliga B – gerade rechtzeitig, um die neu eröffnete Steyrer Sporthalle richtig nützen zu können. Die Junioren holten sich zum vierten Mal in Serie den Landesmeistertitel, die Damen erwiesen sich nach wie vor als Überlebenskünstlerinnen. Union Steyr stieg aus der Landesliga wieder in die 1. Klasse ab.

Die erste Steyrer Mannschaft, die den Aufstieg in die Bundesliga schaffte: Herren des ASV Bewegung Steyr

Hintere Reihe: Obmann Rudolf Pimsl, Erwin Draxler, Fritz Hallwirth, Walter Andreaus, Anton Schlemmer, Franz Schulz, Erich Haidenthaler, Harald Eder, Coach Dipl.Ing. Markus Taucher, Sektionsleiter Otto Huber. Vorn: Roland Seidl, Wolfgang Preisinger, Gernot Huber, Manfred Thaller, Ernst Schlemmer

Hintere Reihe: Obmann Rudolf Pimsl, Erwin Draxler, Fritz Hallwirth, Walter Andreaus, Anton Schlemmer, Franz Schulz, Erich Haidenthaler, Harald Eder, Coach Dipl.Ing. Markus Taucher, Sektionsleiter Otto Huber. Vorn: Roland Seidl, Wolfgang Preisinger, Gernot Huber, Manfred Thaller, Ernst Schlemmer

Spieljahr 1970/71

Im ersten Bundesligajahr litt die Herrenmannschaft des ASV Bewegung sichtlich unter Routinemangel, verhinderte aber den Abstieg mit viel Kampfgeist. Die Damenmannschaft fiel der Kräftekonzentration im männlichen Bereich zum Opfer und wurde aufgelöst. Die Arbeit mit den Nachwuchsteams trug sofort Früchte: ASV Bewegung wurde Jugend-Landesmeister und die Landes-Sondererziehungsschule Gleink gewann nicht nur als erste Steyrer Mannschaft die oö. Schulmeisterschaft der „Unterstufe“, sondern wurde als Verein „Caritas-Jugendheim Gleink“ auch Landesmeister der Altersklasse „Schüler“. Die zweite Herrenmannschaft des ASV Bewegung wurde im ersten Landesliga-Jahr Fünfter und gründete im Juni den neuen Verein ASKÖ Tabor, bei dem auch Damen wieder Aufnahme fanden. Union Steyr schaffte nochmals den Aufstieg in die Landesliga.

Spieljahr 1971/72

Die Bundesligamannschaft des ASV Bewegung klopfte mit dem ausgezeichneten 3. Rang in der B-Liga zaghaft an die Tür der höchsten Spielklasse und fand mit der Firma „KOFA“ (Anton Kotlowski, Getränkevertrieb) einen Sponsor; die Basketballsektion des ASV Bewegung hieß fortan ASV KOFA. Union Steyr beendete das Gastspiel in der Landesliga leider wieder mit dem Abstieg. ASKÖ Tabor festigte hingegen mit den Herren seine Position und belebte die Steyrer Damenmannschaft wieder. ASV Bewegung gewann die nun erstmals (in Turnierform) offiziell ausgetragene Schüler-Landesmeisterschaft.

 Spieljahr 1972/73

Bild: Der Höhenflug der Steyrer Herrenmannschaft hielt an. Maßgeblich beteiligt: Anton Schlemmer, der mit seiner Athletik und seiner Schnelligkeit den Riesen größte Probleme bereitete.

Bild: Der Höhenflug der Steyrer Herrenmannschaft hielt an. Maßgeblich beteiligt: Anton Schlemmer, der mit seiner Athletik und seiner Schnelligkeit den Riesen größte Probleme bereitete.

 

Die Herrenmannschaft des ASV KOFA wurde Meister der Bundesliga B und stieg in die höchste Spielklasse auf. Union Steyr hieß ab Jahresmitte 1972 „Union Form&Farbe“. Ernst Schlemmer bestand an der BafL Wien die staatliche Trainerprüfung mit Auszeichnung, Die KOFA-Jugend wurde Landesmeister und die Sport-hauptschule belebte die Altersklassen der Jüngsten. Die Herren von ASKÖ Tabor kamen in der Landesliga auf Rang 6, die von Union Form&Farbe in der 1. Klasse auf Rang 4. Die Damen des ASKÖ Tabor hatten keine nennenswerten Erfolge.

 

 

 

 

 

 

 

 

Spieljahr 1973/74

Bild: Gernot Huber entwickelte sich schnell zu einem genialen Spielmacher und war trotz geringer Körpergröße einer der Besten.

Bild: Gernot Huber entwickelte sich schnell zu einem genialen Spielmacher und war trotz geringer Körpergröße einer der Besten.

73-Anton Schlemmer gegen MarionneauxBilder:74-Wolfgang Preisinger

Links: Marionneaux (2,14) vom Staatsmeister BSC Wienerberger Baustoffe hat das Nachsehen: Anton Schlemmer auf dem Weg zum Korb. Er wurde zum erfolgreichsten Korbjäger der Bundesliga.

Rechts: Zählte jahrelang zu den absolut Stärksten im Steyrer Herrenteam und hatte großen Anteil am Auf-stieg: Wolfgang Preisinger.