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8. November 2016

Siege, der zum Nachdenken anregen …

Österreichische Meisterschaft U16 weiblich:
DBK Steyr Witch Cadets – Turnerschaft Innsbruck 145 : 5 (52 : 2, 32 : 1, 35 : 2, 26 : 0)
Die aktuelle Situation der Witch Cadets ist eigentlich keineswegs rosig: Mit Juric und Voithofer 2 der stärksten Spielerinnen verletzt, der Kader durch U14-Mädchen aufgefüllt. Von denen spielten 4 sogar im Frühjahr noch in der Altersklasse U12. Das Durchschnitts-alter der U16-Mannschaft betrug bei diesem Spiel ziemlich genau 13 ½ Jahre…
Dass dann ein derart hoher Sieg zustande kommt, obwohl die U14-Mädchen bedeutend länger – und zwar größtenteils sogar mitsammen – auf dem Feld waren, muss nachdenklich stimmen. Nicht, weil es Teams gibt, die einfach zu schwach für eine gesamt-österreichische Meisterschaft sind. Wir würden mit einer noch wenig erfahrenen und eher im Anfängerbereich anzusiedelnden Gruppe wohl ebenso verfahren – weil wir wie Innsbruck im Nahbereich (Linz derzeit ausgenommen) kaum Gegner vorfänden, an denen man sich nach oben orientieren und lernen kann. Mädchenbasketball in Österreich? – Eine nun schon 3 Jahrzehnte andauernde Krise, die den Verband völlig kalt lässt, ja, von diesem sogar noch verstärkt wird. Nach oben strebende Spielerinnen, deren Motivation natürlich auch in der Aussicht auf eine Nominierung ins Nachwuchs-Nationalteam und einer Teilnahme an einer Europameisterschaft besteht, werden vor den Kopf gestoßen und demotiviert: Der ÖBV meldet z.B. heuer gar kein U16-Nationalteam für die Teilnahme an der EM… – und nimmt dann den Hinweis auf die durch jahrzehntelange Demontage eingetretene Schwäche als Argument dafür.
Den Mädchen aus Innsbruck und ihrer Trainerin gebührt aller Respekt. Sie wissen, dass sie heuer über die Rolle als Prügelknabe nicht hinauskommen werden, nehmen aber die weiten Ausfahrten in Kauf, kämpften unverdrossen bis zum Ende und lernten sichtlich im Lauf des Spiels.
Das Spiel war schon nach wenigen Minuten entschieden, beim Stand von 48:0 gelang Innsbruck der erste Korb. Da war die Start-Fünf der Hexen bereits durch die U14-Garnitur ersetzt worden. In der Folge war es völlig egal, wer gerade auf dem Feld war, der Ball kannte offenbar nur eine Richtung. Grundlage für den hohen Sieg war die aggressive Defensive – allerdings bewusst ohne Pressing – und die daraus resultierenden schnellen Konter. Ein für Innsbruck freundlicheres Resultat wäre nur durch ausgesprochen passives Verhalten der Hexen möglich gewesen – das hätte allerdings gerade bei einer jungen Mannschaft die Gefahr einer Rückanpassung an Anfänger-Fehler bedeutet. Die kürzeste Einsatzzeit bekam Julia Munk, von den U14-Mädchen war keine weniger als 20 Minuten auf dem Feld.
Alle Junghexen scorten: Julia Munk (27 Punkte), Nina Schaufler (23), Valentina Mayrhofer (22), Ines Bouzammita (16), Magdalena Spanring (15), Gülsüm Talas (12), Nina Munk (10), Hatice Talas (10), Julia Haussteiner (8), Greta Stiksel (2).

Deja vu in der Landesmeisterschaft U14

Am nächsten Tag gleich 2 ähnliche Spiele, diesmal mit den Young Witches. Aber dass die Meisterschaften der weiblichen Mannschaften in Oberösterreich – sofern sie überhaupt noch zustande kommen – nicht ausgeglichen sind, wissen wir seit Jahren. So überlegen wie diesmal waren wir aber noch selten…
Die Young Witches siegten nach Belieben, zunächst gegen die VKL Vikings aus Kammer mit 107 : 6 (24 : 1, 19 : 0, 34 : 0, 30 : 5) und dann gegen die Lions aus Enns mit 131 : 12 (32 : 3, 32 : 0, 28 : 1, 39 : 8), wobei jeweils alle 12 Mädchen zum Einsatz kamen und auch scorten.